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Ein Weblog des LLB-Kompetenz-TrampolinsMeeting A27 vom 8.11.2007 Entscheidungstechnik mit Yves Oesch

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Vorbereitungsaufgabe

Liebe Teilnehmerinnen
Liebe Teilnehmer

Für einen praxisnahen und interaktiven Unterricht möchte ich mit Ihnen bereits in der Vorbereitungsphase einen Dialog zum Thema führen.

Sie erhalten hier in diesem Blog laufend Feedback zu Ihren Überlegungen und können die Diskussion mit anderen Teilnehmenden mitverfolgen.

Lassen Sie uns starten!

Bitte schildern Sie hier kurz eine berufliche Situation, bei welcher Sie Schwierigkeiten hatten, die richtige Entscheidung zu treffen. Oder eine schwierige berufliche Entscheidungssituation, die Ihnen bevorsteht.
In welcher Form treten die Schwierigkeiten auf? Wie gehen Sie in solchen Situationen normalerweise vor?

(Bitte keine Personennamen nennen und das Bankgeheimnis sowie das Betriebsgeheimnis wahren.)

Yves Oesch

 

15.9.07 23:26
 


bisher 20 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Othmar (9.10.07 20:30)
Hallo Yves

Eine typische (und aktuelle) Entscheidungssituation aus meinem Alltag: Lehrlingsselektion. Dieses Jahr über 60 Bewerbungen für 8 kaufmännische Lehrstellen. Wir versuchen, möglichst objektiv und fair auszuwählen.
Vorauswahl mit Analyse der Zeugnisnoten, der Qualität der schriftlichen Bewerbung, Multicheck und persönlicher Eindruck beim Schnuppertag.
Entscheid nach dem Vorstellungsgespräch (strukturiertes Interview).
Bei der definitiven Auswahl spielen ebenfalls mit: Wohnort, Geschlechterverteilung (Ziel: je 50 % m/w)
Beim Entscheid hilft das 4-Augen-Prinzip mit (immer zu zweit im Vorstellungsgespräch und mehrere Personen am Schnuppertag).

Schwierigkeiten treten auf, wenn von Seiten der Eltern oder anderer Bekannter ("Vitamin B") Druck ausgeübt wird, wenn andere Lehrbetriebe die gleichen Kandidaten wollen (Konkurrenz) oder wenn mehrere Kandidaten praktisch gleich gut zu beurteilen sind. Zudem sind 15-jährige Schüler in einem starken persönlichen Veränderungsprozess (Pubertät) und stehen bei der Berufswahl unter Stress. Die Persönlichkeitsbeurteilung bleibt in dieser Situation vage. Letztlich bleibt beim Entscheid viel Subjektivität (Bauchgefühl).


Yves (9.10.07 21:10)
Hallo Othmar

Danke für deinen Beitrag. Wir werden sehen, dass Gefühle bei den sechs Denkhüten auch eine wichtige Rolle spielen (siehe der rote Hut als Symbol für Feuer, Gefühle,...).


Andrea (15.10.07 16:20)
Grüezi Herr Oesch

Habe mir sehr lange überlegt – wo ich eine Situation habe welche mir Schwierigkeiten bereitet, da unsere Arbeit mehrheitlich mit Vorschriften geregelt ist, ist unsere Entscheidungsfreiheit ziemlich eingeschränkt.

Es kommt vor, dass ein Kunde einen grösseren Geldbetrag bekommt, bei dem die Angaben nicht übereinstimmen (Name, Kontonummer). Das Geld kommt z.B. mit dem Namen der Firma rein und sollte aber zu Gunsten vom Privatkonto gutgeschrieben werden.
Gemäss Sorgfaltspflicht müsste dieses Geld an den Auftraggeber retourniert werden. Retourniere ich nun diesen Betrag oder schreibe ich diesen Betrag einfach gut?
Normalerweise nehme ich Kontakt mit den Kunden auf und schildere ihm das Problem betreffend Sorgfaltspflicht.


Yves Oesch (16.10.07 16:06)
Guten Tag Frau Blöchlinger

Vielen Dank für Ihren Beitrag. Wie reagiert der Kunde meistens, wenn Sie ihn über das Problem informieren? Ist er dankbar oder findet er, dass Sie ihn für "Details" stören?


Andrea (18.10.07 09:32)
Mörgeli Herr Oesch

Muss sagen es sind sehr wenige Leute, die das Problem nicht verstehen oder es nicht verstehen wollen. Sie versprechen mir dann, dass die nächsten Eingänge richtig kommen. Diesen Kunden schreibe ich meistens den Betrag gut.

Leider gibt es aus solche, die richtig energisch werden und mir dann sagen, wir sollen nicht so kompliziert tun und ihnen das Geld endlich auf das Konto gutschreiben.
Muss sagen je nach dem wie der Kunde mit mir spricht, entscheide ich ob der Betrag retour geht oder nicht.


Werner / Teil 1 (23.10.07 08:00)
Guten Tag Herr Oesch

Mein Arbeitsplatz ist der Schalter, somit habe ich regen Kontakt mit den Kunden. Ich möchte keine berufliche Situation schildern, sondern über den Lehrling den ich für 6 Monate betreue.

Der Lehrling den ich jetzt betreue, ist eine freundliche, höfliche, entgegenkommende, hilfsbereite und vorausdeckende Person.
Aber leider macht er nicht nur die Arbeiten die er sollte, sondern auch die er nicht sollte. Dazu kommt, dass die Lehrlinge bei jeder Abteilung die sie durchlaufen eine ALS (Arbeit’s und Lern Situation) d.h. acht verschiedene Prüfungen zu schreiben haben (der Lehrling kennt die Themen).

Nach der ersten Prüfung fragte ich ihn, ob er sich eigentlich vorbereitet hat. Als antwort bekam ich ein NEIN. Ich fragte ihn, ob er Probleme oder sonst etwas haben.
Da hörte ich ein JA, denn der habe so viel Hausaufgaben von der Schule, von der BMS und vom CYP, das er keine Zeit gefunden habe sich dementsprechend vorzubereiten. Ich bat ihn, dass er sich für die nächsten Test besser vorbereiten soll.


Werner / Teil 2 (23.10.07 08:01)
Beim zweiten und dritten Test dasselbe. Da dachte ich mir, so kann es doch nicht weitergehen.
Als wir die Wöchentliche Teamsitzung hatten, brachte ich das Problem den Arbeitskollegen und dem Vorgesetzen vor.
Die Arbeitskollegen schilderten mir die gleichen Beobachtungen, die Sie während der Arbeiten gemacht hatten. Da sagte der Vorgesetzte, wir machen den nächsten Test in seinem Büro wo er als Beobachter dabei sei.

Vor dem vierten Test bat ich ihn, er solle mir 10 Dienstleistungen zum Thema Zahlungsverkehr aufschreiben, um zu sehen, ob er sich eigentlich vorbereitet hat, was er nicht war, denn er zählte mir 14 Dienstleistungen auf, wovon 4 richtig waren.
Die Zeitvorgabe für den Test war 40 Minuten, nach 20 Minuten war er fertig. Nach der Korrektur musste ich ihm mitteilen, dass er null punkte von 9 erreicht haben, aber ich gäbe ihm nochmals eine Chance anfangs November.

Mein Vorgesetzte bat mir an, mit ihm zu sprechen, was ich eine gute Idee fand.
Nun hoffe ich, dass es mit ihm aufwärts geht.


Yves Oesch (23.10.07 12:31)
Guten Tag Herr Näscher

Vielen Dank für die Schilderung dieser beruflichen Situation. Was meinen Sie genau mit:

"Aber leider macht er nicht nur die Arbeiten die er sollte, sondern auch die er nicht sollte."

Macht er Fehler oder macht er die zusätzlichen Arbeit gut? Fühlt er sich unterfordert und beschäftigt er sich spontan mit weiteren Aufgaben?
Lernt er nicht gern und sucht er mit der Zusatzarbeit eine "Ausrede" für das Nichtlernen?


Werner / Antwort (24.10.07 15:28)
Guten Tag Herr Oesch

Damit meine ich, dass er Arbeiten ausführt die er gar nicht dürfte.


Roland (25.10.07 09:03)
Guten Tag

Im Zuge unseres Markenauftritts haben wir eine neue Schrift eingekauft. Diese wurde uns als optimiert für die Bildschirmdarstellung etc. angepriesen. Leider ist die Bildschirmdarstellung alles andere als optimal. Es müsste viel Geld in das Optimieren (Hinting) der Schrift investiert werden (zusätzlich € 40'000 zu den Schriftkosten von € 26'000). Budgetmässig liegt das nicht mehr drin (GL-Beschluss). Die Schrift wird nun bankweit installiert - mit der Option, die Schrift nachträglich zu optimieren, wenn es bei den Benutzern zu Akzeptanzproblemen kommt.

Eigentlich muss ich gar nicht entscheiden, da andere bereits entschieden haben. Ich bin aber nicht besonders glücklich mit dieser Entscheidung. Praktisch alle, welche die Schrift bisher beurteilt hatten, waren enttäuscht bis entsetzt. Akzeptanzprobleme sind vorprogrammiert.


Bruno (25.10.07 11:59)
Guten Morgen Herr Oesch

In der Projektarbeit besteht grundsätzlich das Problem, dass der Lenkungsausschuss die optimalste Lösung ohne Ressourcenaufwand möchte, die Informatik in der Arbeit versinkt und die Lösung sehr viel komplexer wird als ursprünglich angedacht und der Benutzer mit der Lösung nur bedingt zufrieden ist (es ist ja was neues). Dazwischen befindet sich der Projektleiter, der diese Parteien alle auf eine Ebene bringen sollte und für alle einen gangbaren Kompromis herstellen sollte


Yves Oesch (25.10.07 17:25)
Guten Tag Herr Zanetti

Danke für Ihren Beitrag. Sie schreiben:

"... die Lösung sehr viel komplexer wird als ursprünglich angedacht..."

Wie erklären Sie das? Werden aus Ihrer Sicht die Ziele beim Projektstart nicht klar definiert und vereinbart? Sind die Benutzer bei den Zielvereinbarungen nicht vertreten?


Yves Oesch (25.10.07 17:32)
Guten Tag Herr Vogler

Danke für Ihr Beispiel. Allerdings helfen die sechs Hüte nicht mehr viel, wenn alles bereits entschieden wurde. Es braucht immer der Wille, eine Situation zu erforschen bzw. neu zu überdenken.


Margot Schnider (30.10.07 14:40)
Guten Tag Herr Oesch

Ich habe den Auftrag erhalten unseren Geschäftsbereich in einer Resonanz-Gruppe zu vertreten. Zur Vorbereitung habe ich das Team gebeten Ihre Meinungen, Gedanken, Anliegen zu "Die Marke lebt - lebt die Marke?" direkt auf ein Plakat zu notieren. Das Plakat befindet sich in einem Büro, das jederzeit für alle zugänglich ist. Ziel für das Meeting wäre, dass ich die 2-3 wichtigsten Punkte anlässlich des Meetings der Resonanz-Gruppe kurz präsentieren kann.
1. Mitteilung/Aufforderung:-mündlich an der wöchentlichen Teamsitzung
2. Erinnerung/Aufforderung:-schriflich in einem E-Mail - Grund, Bitte, Sinn
Bis heute jedoch steht das Plakat leer! Das Meeting findet am 5. November statt. Wie soll ich weiter Vorgehen?


Yves Oesch (30.10.07 18:53)
Guten Tag Frau Schnider

Auch wenn ich den Zusammenhang mit MEINER Arbeit nicht ganz sehe und ohne die Details zu kennen, fällt mir dazu spontan ein:

1. Plakat an einem Ort platzieren, wo alle mehrere Male pro Tag vorbeigehen (Z.B bei der Kaffeemaschine).
2. Konkrete Fragen formulieren: wie wirkt der neue Auftritt auf Sie? Was wird bei Ihrer Arbeit anders laufen? usw.
3. Sie machen den ersten Schritt und schreiben Ihre eigenen Gedanken dazu.

usw.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!


Daniela Baumann (31.10.07 11:47)
Guten Tag Herr Oesch
Sorry, bin etwas spät. Aber lieber spät als nie!
Ich habe eigentlich zwei verschiedene Entscheidungssituationen in meinem Alltag.
1.Mein Chef und ich sind für die Fondspromotoren in der Projektphase der Lancierung eines Fonds in Liechtenstein zuständig. D.h. meine Arbeit ist sehr projektorientiert. Die Fondsprojekte gehen von 08/15 Fonds bis hin zu komplexen Fondsstrategien, bei denen die internen Prozessabläufe mit den versch. Abteilungen koordiniert und definiert werden müssen. Da man es leider nicht immer allen Abteilungen recht machen kann, ist das nicht immer einfach für uns.
2. Die Fondspromotoren wollen natürlich eine Offerte von uns. Auch hier muss das Projekt analysiert werden und die Konditionen festgelegt werden. Diese Entscheidung ist auch nicht immer so einfach, weil die Konditionen von verschiedenen Faktoren abhängig sind.


Yves Oesch (31.10.07 13:08)
Guten Tag Frau Baumann

Danke für Ihren Beitrag. Sie schreiben:

... Mein Chef und ich sind für die Fondspromotoren in der Projektphase der Lancierung eines Fonds in Liechtenstein zuständig...

Wenn Sie von Fondspromotoren sprechen, sind es externe Partner, welche die LLB-Fonds dann verkaufen? Wenn nicht, erklären Sie mich bitte kurz die Rolle dieser Leute.


Stefan Zünd (5.11.07 08:29)
Hallo Herr Oesch
Per Anfang 2007 gab es in der LLB eine grosse Reorganisation. Dadurch entstand Anpassungsbedarf in fast allen internen Regelwerken des Stammhauses LLB. Die GL entschied nun, dass im Zug der Überarbeitung der R'werke auch gleich eine inhaltliche Überprüfung stattfinden sollte. Dies betrifft unsere Abteilung stark, da wir zusammen mit den Verantwortlichen in der Linie hierfür zuständig sind. Geht man bei der Inhaltsprüfung seriös vor, kostet dies Zeit, die kaum jemand hat, weder wir noch die Linienverantwortlichen. Die GL hat zuerst ein Zeitlimit bis Juni 2007, und als dies dann nicht reichte, bis Ende 2007 gesetzt...


Yves Oesch (5.11.07 15:37)
Guten Tag Herr Zünd

Besten Dank für Ihren Beitrag. Wo liegt IHR eigener Entscheidungsspielraum konkret?


Stefan Zünd (5.11.07 17:15)
Ich könnte der GL für "meine" Regelwerke eine weitere Fristverlängerung beantragen und dann die Weisungen gründlich bearbeiten. Oder aber ich mache den Job eher oberflächlich. Dies ist verlockend, weil Fristverlängerungen sich nicht so gut machen. Andererseits ist eine oberflächliche Behandlung weniger im Sinn der Sache.

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